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Dörren ohne Dörrautomat: Backofen, Luft und Sonne

Das Wichtigste vorweg: Alternative Methoden zum Trocknen von Lebensmitteln ohne spezielles Gerät.

Dörren im Backofen

Der Backofen ist die naheliegendste Alternative. Das Dörrgut wird auf Gitterrosten verteilt, der Ofen auf die niedrigste Stufe gestellt und die Tür mit einem Kochlöffel einen Spalt offen gehalten, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Umluft verbessert die Gleichmäßigkeit. Nachteil sind der hohe Stromverbrauch und die oft zu hohe Mindesttemperatur.

Lufttrocknung

Kräuter und manche Früchte lassen sich auch an der Luft trocknen. Kräuter werden zu kleinen Sträußen gebunden und kopfüber an einem luftigen, trockenen und schattigen Ort aufgehängt. Diese Methode ist energiefrei, dauert aber länger und funktioniert nur bei geeigneter Umgebungsluft.

Trocknen an der Sonne

In warmen, trockenen Regionen ist die Sonnentrocknung eine traditionelle Methode, etwa für Tomaten. In Mitteleuropa ist das Klima dafür meist zu feucht und unbeständig. Zudem müssen die Lebensmittel vor Insekten geschützt werden, etwa durch ein feines Netz.

Die Heizung als Trocknungshilfe

Im Winter kann die Wärme über einer Heizung zum Trocknen von Kräutern genutzt werden. Ein Gitter oder Tuch über dem Heizkörper reicht für kleine Mengen aromatischer Kräuter. Für größere Mengen oder wasserreiches Dörrgut ist die Methode nicht geeignet.

Wann sich ein Dörrautomat lohnt

Die Alternativen funktionieren für gelegentliches Trocknen kleiner Mengen. Wer regelmäßig oder größere Mengen dörrt, fährt mit einem Dörrautomat energieeffizienter und gleichmäßiger. Die präzise, niedrige Temperaturregelung eines Dörrgeräts erreichen die Alternativen meist nicht.

Gut zu wissen

Bei Stapelgeräten die Etagen während des Trocknens einmal tauschen, damit alle gleichmäßig fertig werden.

Häufige Fragen

Rund um dieses Thema tauchen immer wieder dieselben Fragen auf.

Kann ich verschiedene Lebensmittel gleichzeitig dörren?

Grundsätzlich ja, aber unterschiedliche Lebensmittel brauchen unterschiedliche Temperaturen und Zeiten. Zudem können sich Aromen übertragen, etwa von Zwiebeln auf Obst. Am besten trocknet man Ähnliches zusammen.

Was bedeutet Konditionieren?

Beim Konditionieren wird das getrocknete Gut einige Tage locker in einem Glas aufbewahrt und täglich geschüttelt, damit sich Restfeuchte gleichmäßig verteilt. Bilden sich Kondenströpfchen, muss nachgetrocknet werden.

Welche Temperatur ist die richtige für Rohkost?

Für Rohkostqualität wird unter 42 °C getrocknet, weil oberhalb dieser Schwelle nach verbreiteter Auffassung hitzeempfindliche Inhaltsstoffe und Enzyme verloren gehen. Das erfordert längere Trocknungszeiten und ein Gerät, das die niedrige Temperatur konstant hält.

Was passiert, wenn ich zu heiß dörre?

Bei zu hoher Temperatur bildet sich außen eine harte Kruste, während innen Feuchtigkeit eingeschlossen bleibt. Zudem werden mehr hitzeempfindliche Vitamine und Aromastoffe zerstört. Deshalb gilt: lieber niedriger und länger trocknen.

Warum muss Fleisch heißer getrocknet werden als Obst?

Fleisch wird bei mindestens 65-70 °C getrocknet, weil die höhere Temperatur aus Gründen der Lebensmittelsicherheit wichtig ist. Sie reduziert das Risiko durch Keime, da das Fleisch nicht durchgegart wird.