Dörrautomat kaufen: Worauf es wirklich ankommt
Schnell erklärt: Die wichtigsten Kaufkriterien von Bauform über Temperaturregelung bis Material.
Bauform: Stapel oder Horizontal
Die grundlegende Entscheidung ist die zwischen Stapelgerät (rund, günstig, Luftstrom von unten) und Horizontalgerät (eckig, gleichmäßiger, teurer). Wer nur gelegentlich dörrt, kommt mit einem Stapelgerät gut zurecht. Wer häufig und in größeren Mengen dörrt, profitiert von der gleichmäßigen Trocknung eines Horizontalgeräts.
Temperaturregelung
Eine stufenlose oder feinstufige Temperaturregelung ist wichtig, weil verschiedene Lebensmittel unterschiedliche Temperaturen brauchen: Kräuter unter 42 °C, Obst und Gemüse um 50-65 °C, Fleisch mindestens 65-70 °C. Geräte mit fester oder grober Temperatureinstellung schränken die Möglichkeiten ein. Auf einen Temperaturbereich von etwa 35 bis 70 °C sollte geachtet werden.
Material: Kunststoff oder Edelstahl
Kunststoffgeräte sind günstiger, können aber Gerüche annehmen und sind weniger langlebig. Edelstahlgeräte sind geschmacksneutral, hygienischer und robuster, dafür teurer. Für häufige Nutzung und aus Hygienegründen lohnt sich oft der Aufpreis für Edelstahl, besonders bei den Gittern, die direkten Lebensmittelkontakt haben.
Timer und Abschaltautomatik
Ein Timer erlaubt es, das Gerät unbeaufsichtigt laufen zu lassen und automatisch abzuschalten. Das ist praktisch bei langen Trocknungszeiten über Nacht. Manche Geräte bieten zusätzlich eine Duale-Temperatur-Funktion, die zu Beginn höher und später niedriger trocknet.
Leistung und Kapazität
Die Wattzahl allein sagt wenig über die Qualität aus, wichtiger ist das Zusammenspiel aus Heizleistung, Gebläse und Isolierung. Die Zahl der Einschübe bestimmt die Kapazität. Bei Stapelgeräten lässt sie sich oft nachrüsten. Überlegen Sie vor dem Kauf, welche Mengen Sie typischerweise verarbeiten wollen.
Lautstärke und Stromverbrauch
Da Dörrgeräte oft viele Stunden laufen, spielen Lautstärke und Stromverbrauch eine Rolle. Ein leises Gebläse ist angenehmer, wenn das Gerät über Nacht in der Wohnung läuft. Der Stromverbrauch summiert sich bei langen Trocknungszeiten, ist bei modernen Geräten aber meist moderat.
Beim Konditionieren das getrocknete Gut einige Tage locker im Glas schütteln, um Restfeuchte zu erkennen und auszugleichen.
Häufige Fragen
Beim Dörren stellen sich häufig folgende Fragen.
Welche Kräuter eignen sich gut zum Trocknen?
Sehr gut eignen sich Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Salbei und Pfefferminze. Nur mäßig geeignet sind Basilikum, Dill und Petersilie, die viel Aroma verlieren und sich besser einfrieren lassen.
Warum schrumpfen die Lebensmittel beim Dörren so stark?
Weil ihnen das Wasser entzogen wird, das oft den größten Teil des Volumens ausmacht. Wasserreiche Lebensmittel wie Tomaten oder Beeren verlieren beim Trocknen besonders viel Volumen, konzentrieren dafür aber ihr Aroma.
Wie erkenne ich, ob das Dörrgut fertig ist?
An der Konsistenz: Obst wird ledrig-biegsam, Gemüse spröde-knusprig, Kräuter zerbröseln, Pilze brechen beim Biegen und Fleisch wird zäh-ledrig, ohne dass beim Biegen Flüssigkeit austritt. Im Zweifel lieber etwas länger trocknen.
Welche Temperatur ist die richtige für Rohkost?
Für Rohkostqualität wird unter 42 °C getrocknet, weil oberhalb dieser Schwelle nach verbreiteter Auffassung hitzeempfindliche Inhaltsstoffe und Enzyme verloren gehen. Das erfordert längere Trocknungszeiten und ein Gerät, das die niedrige Temperatur konstant hält.
Kann ich auch ohne Dörrautomat dörren?
Ja, etwa im Backofen bei niedrigster Temperatur mit einen Spalt offener Tür, durch Lufttrocknung von Kräutern oder in warmen Regionen an der Sonne. Ein Dörrautomat arbeitet allerdings gleichmäßiger und energieeffizienter.